Altes Fahrrad zum Pedelec umrüsten – Umbauanleitungen…

Ein altes Fahrrad können Sie sich zum Pedelec umrüsten, hierfür gibt es Umbausätze. Das ist allemal sinnvoller, als das alte Fahrrad zu verschrotten, dessen Rahmen, Räder und sonstige Teile möglicherweise noch top in Ordnung sind – das Fahrrad ist nur alt, entspricht nicht mehr modernen Vorstellungen und wurde daher durch ein moderneres Modell ersetzt. Nun kann es ein zweites Leben als Pedelec beginnen. Aber lohnt sich das?


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Varianten für die Pedelec-Umrüstung

Die gängigsten Umbausätze rüsten das Vorderrad des alten Fahrrads um. Hierzu wird ein leistungsstarker bürstenloser 250-Watt-Vorderradmotor geliefert, in der Regel mit Planetengetriebe und modernster Sensorlos-Technologie ausgerüstet. Damit das umgebaute Fahrrad als Pedelec gilt (verkehrs- und versicherungstechnisch), regelt der Motor bei 25 km/h ab. Das Rad kann natürlich wesentlich schneller fahren, es entfällt dann nur die Unterstützung durch den Elektromotor.

Diese Komponenten erhalten Sie einem Nachrüst-Kit:

  • Nabenmotor für Vorderradnabe, Hinterradnabe oder Sitzrohr
  • Akku und Ladegerät (ggf. mit Halterung)
  • Lenkerdisplay, Steuerungseinheit und eventuell ein Gasgriff
  • Kabelsatz

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Modernste Technik im Kit


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Viele moderne Nabenmotoren besitzen eine Aufnahmemöglichkeit für Bremsscheiben, sie sind somit für Scheiben- wie Felgenbremsen geeignet. Neuere Versionen kommen zudem ohne Bremsabschalter aus. Innovative Controller reagieren binnen Zehntelsekunden auf einen Tretstopp. Der Standard bewegt sich heute (Sommer 2012) auf ein Zeitfenster von 0,4 bis 0,8 Sekunden, nach denen beim Unterbrechen des Pedalierens die Motorunterstützung aussetzt. Das bedeutet, dass das Bremssystem des Fahrrads durch den Umbau nicht mehr angetastet wird. Der Controller wird mit dem Lenker verkabelt, dort existiert ein Daumengasgriff, mit dem der Motor als Anfahrhilfe gestartet werden kann. Er schaltet bei 6 km/h ab, auch das bewegt sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu Pedelecs, die ihren Status als zulassungs- und versicherungsfreie Räder nur behalten, wenn der Motor im Grunde allein durch Pedalieren als reine Tretunterstützung anspringt. Die Anfahrhilfe bis 6 km/h bildet hiervon eine Ausnahme.

Einfache Montage zum Pedelec

WerkzeugDie Montage erfolgt bei wirklich ausgereiften Selbstbausätzen ohne Werkzeug. Ein mitgelieferter Tretsensor erkennt alle Tretbewegungen des Fahrers, er gibt daraufhin dem Motor ein Signal zur Unterstützung. Dieser Sensor wird ohne Werkzeug montiert, Tretkurbel und Innenlager müssen nicht extra ausgebaut werden.

Ein LED- oder LCD-Display wird mitgeliefert, die Kontrolle verschiedener Unterstützungsstufen (in der Regel 5), des Akkufüllstandes, der Geschwindigkeit, einer Fehlerdiagnose und des An- und Abschaltens wird darüber gewährleistet. Die Verkabelung erfolgt einfach und sicher über wasserdichte Steckverbindungen.

Als Energiequelle wird ein Lithium-Ionen-Akku mit 36 Volt empfohlen. Hier gibt es die verschiedensten Varianten, die Anbieter von Umbausätzen kooperieren in der Regel mit bestimmten Herstellern. Einen sehr guten Ruf haben Akkus von Panasonic, sie erreichen bis zu 800 Ladezyklen und wiegen lediglich 2,3 kg. In der Halterung sind die Akkus gegen Diebstahl absperrbar, sie können direkt am Fahrrad, ebenso aber alternativ in der Wohnung aufgeladen werden. Das passende Ladegerät, meist mit 1.200 mA Ladeleistung, wird zum Umbausatz hinzugeliefert.

Was muss ich beachten?

  • einfach Nachrüstung von Nabenmotoren, schwieriger wird es beim Tretlagermotor (spezielle Anforderungen an den Rahmen).
  • Nachrüstung des Gruber Assist ist kompliziert.
  • Platzanforderungen in der Vorderradgabel oder im Hinterbau des Rahmens sind beim Nabenmotor höher als die einfache Nabenschaltung oder ein Nabendynamo.
  • Ein höheres Gesamtgewicht lastet auf Rahmen und Gabel. Etwa 10 kg an zusätzlichem Gewicht. Ein Fachmann erkennt ob Ihr Rahmen für die zusätzliche Belastung stabil genug ist.
  • Verzicht auf Nabendynamo bei Vorderradnabenmotor. Evtl. Seitenläuferdynamo nachrüsten.
  • Kettenschaltungen symphatisieren mit Hinterradnabenmotoren. Nur diese, bitte beachten!
  • Rücktrittbremse entfällt in der Regel. Durch das höhere Gewicht ist oft eine zweite Felgenbremse notwendig.

Lohnt sich der Umbau zum Pedelec?

Schauen wir uns doch einmal die Preise bei Amazon für die Umbausätze zum Pedelec an. Die günstigste Version schlägt mit etwa 750,- Euro zu buche. Wenn wir bedenken, dass wir bei diversen Anbietern, unter anderem auch Amazon, bereits Pedelecs für ca. 800,- Euro bekommen ist die Sinnhaftigkeit einer Umrüstung ernsthaft in Frage zu stellen. Das gilt jedoch nur für die richtig alte Generation der Fahrräder. Wer sein 3-5 Jahre altes Kettler-Rad aufgrund von körperlichen Defiziten umrüsten möchte, der wird die bereits investierten 500,- Euro sicher nicht wegwerfen. Hier lohnt sich der Preisvergleich der Umbausätze definitiv. Denn wie wie bereits wissen, ist nicht jedes Pedelec ab 800,- Euro den Preis auch wert.

Update: Wir haben von elektrofahrrad-einfach.de die Info erhalten, dass es dort im Shop Umbausätze ab 295,- Euro 795 Euro gibt. 295 Euro nur für das LED-Display. Also doch teuer. Aber bei Interesse: Zu den Umbausätzen geht es hier entlang.

UmbauanleitungUmbauanleitung Pedelec

Im Netz finden sich mehrere Umbauanleitungen um das alte Fahrrad zum Pedelec zu formen. Einige sind dabei wie immer etwas besser, andere muss man nicht gesehen haben. Eine sehr ausführliche Anleitung ist unter http://elfkw.at/technik/umbauanleitung zu finden. Das ist dann wirklich der komplette Selbstumbau.

Oder auch bei Youtube in zwei Teilen von elektrofahrrad-einfach.de



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2 Responses

  1. bernhard knappe sagt:

    da seid ihr einer irreführenden werbung auf den leim gegangen! umbausätze für 295 euro? selbstverständlich ohne akku (ab 349 euro), ohne rad usw.

    Edit: Da haben Sie vollkommen recht!

  2. Albrecht Trunk sagt:

    Bei Nachrüstsätzen ist nicht das erhöhte Gewicht das Problem, sondern die mehr als dreifache Belastung durch den Elektromotorantrieb. Drehmoment an der Achse von Nabenmotoren, Zug- und Verwindungsbelastung an Gabel und Vorbau usw. Viele normale Fahrradrahmen halten dieser Belastung einfach nicht stand. Sein Fahrrad ohne fachmännische Begutachtung des Rahmens selbst nachzurüsten, ist einfach sehr gefährlich und leichtsinnig.

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